Wie Weihnachtsgeschenke und Betriebsfeiern steuerfrei bleiben

Die Kunst des Schenkens – Wie auch Deine Weihnachtsgeschenke und Betriebsfeiern steuerfrei bleiben

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die den Unterschied machen. Das kann mit einem fröhlichen “guten Morgen” beginnen, und es sollte keinesfalls bei “Bitte” und “Danke” enden. Auch kleine Geschenke können ein Ausdruck des Dankes sein. Und traditionell sind die Weihnachtsfeiertage auch die Zeit des Schenkens. Die meisten Arbeitgeber nutzen die Gelegenheit, um ihren Mitarbeitern für die guten Leistungen eines Jahres zu danken. Doch können auch sie beschenkt werden, denn kleine Aufmerksamkeiten für die Angestellten sind für Geber und Beschenkten steuerfrei – sofern man dabei einige Regeln beachtet. Wer also auch will, dass seine Betriebsfeiern steuerfrei bleiben, sollte sich die folgenden Hinweise zu Herzen nehmen.

 

Die erste Regel des Schenkens: Bares ist nicht immer Wahres!

Die gute Nachricht zuerst: Geschenke, die man als Arbeitgeber einem Mitarbeiter macht, lassen sich grundsätzlich als Betriebsausgabe aufführen und auch steuerlich so verbuchen. Und wie bereits an anderer Stelle in unserem Blog erwähnt wurde, verringern höhere Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen den tatsächlich zu versteuernden Gewinn. Das ist das Geschenk des Gesetzgebers.

Aber Achtung: diese Regelung bezüglich absetzbarer Präsente gilt ausschließlich für Sachgeschenke!

Geldscheine betrachtet das Finanzamt automatisch als Zuwendung, auf die Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer zu zahlen sind. Darum Finger weg vom Notgeschenk aus dem Portemonnaie.

 

Die zweite Regel des Schenkens: Alles Gute zum …

Zum Schenken braucht man keinen besonderen Grund, aber wenn es einen gibt, macht das Geschenk mehr Freude. Zu bestimmten persönlichen Anlässen, wie beispielsweise Geburtstag, bestandene Prüfungen und Abschlüsse, zur Hochzeit oder Geburt eines Kindes sowie zur Konfirmation, Kommunion oder Jugendweihe eines Kindes kann der Arbeitgeber einmal pro Kalenderjahr ein Sachgeschenk im Wert von bis zu 60 Euro machen. Die Umsatzsteuer muss in diesem Betrag allerdings bereits enthalten sein.

Vorsicht auch hier: Es handelt sich bei dem Wert um eine Freigrenze. Wird diese Grenze überschritten, selbst um nur 1 Cent, dann werden Lohnsteuern und Sozialversicherungsabgaben für den gesamten Wert des Geschenks fällig.

Dies würde einen zusätzlichen Aufwand während der Steuererklärung für sowohl den Arbeitgeber als auch den Beschenkten bedeuten. Um diese Nebenwirkungen zu vermeiden, empfehlen wir lieber nicht zu hoch zu pokern, wenn es beispielsweise um ein Präsent zum Jubiläum der Firmenangehörigkeit geht.

 

Die dritte Regel des Schenkens: Kleine Präsente mit großer Wirkung

Nicht immer liegt ein konkreter Anlass vor, mit dem ein Geschenk begründet werden kann. Doch auch hier stehen dem Arbeitgeber Möglichkeiten offen, den Mitarbeitern eine Freude zu machen. Kleinere Geschenke, also Sachbezüge, die einen Wert von 44 € nicht übersteigen bleiben steuerfrei – und zwar monatlich! Der Gesetzgeber bezeichnet das als die Kleine Sachbezugsfreigrenze, die in § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG aufgeführt ist.

Wie dieser Sachbezug im Einzelnen ausgestaltet wird, ist selbstverständlich dem Arbeitgeber überlassen. Natürlich eignen sich Motivtassen mit dem Firmenlogo, aber nur in den seltensten Fällen benötigt ein Mitarbeiter jeden Monat ein neues Trinkgefäß. Im Interesse der allgemeinen Zufriedenheit in der Belegschaft sollte der Arbeitgeber solche Sachbezüge für alle einheitlich verfügbar gestalten.

In der Praxis haben sich vor allem Modelle bewährt, mit denen der Mitarbeiter an Ausgaben sparen kann. Dies sind beispielsweise ein Jobticket für den Nahverkehr oder eine Tankkarte; mit ihnen lassen sich die Kosten für den täglichen Weg zur Arbeitsstelle effektiv verringern. Darüber dürfte sich wohl jeder Angestellte freuen.

 

Die vierte Regel des Schenkens: Two’s (for the) company, three’s just for fun

Firmenjubiläen, Betriebsausflüge oder Weihnachtsfeiern sind die häufigsten Anlässe für eine Party, von der alle im Unternehmen etwas haben. Der Arbeitgeber kann die Aufwendungen für solche Veranstaltungen voll von der Steuer absetzen, sofern diese nicht mehr als 110 € je teilnehmendem Mitarbeiter betragen. Dies kann er für zwei Betriebsfeiern jährlich tun.

Zu den Aufwendungen, die im Rahmen einer Betriebsfeier steuerfrei bleiben, zählen in der Regel Speisen und Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten, sowie die Erstattung der Fahrtkosten, Geschenke ohne bleibenden Wert und die Kosten für die Organisation der Veranstaltung.

Doch selbst wenn die tatsächlichen Kosten für die Feier höher ausfallen sollten, gibt es noch die Möglichkeit einer steuerlichen Vergünstigung. Bei den genannten 110 € pro Kopf handelt es sich nämlich um einen Freibetrag, der sich von der bisher erwähnten Freigrenze unterscheidet.

 

Die fünfte Regel des Schenkens: Vorsicht, der Kistenteufel steckt im Detail

Es gibt also zwei Arten von steuerlichen Vergünstigungen, die sich im Kern unterscheiden.

Wird eine Freigrenze, wie sie bei den Sachbezügen oder bei den Präsenten zu persönlichen Anlässen gilt, überschritten, dann muss die volle Summe des Geschenks steuerlich berücksichtigt werden.

Bei einem Freibetrag, wie er für eine Betriebsfeier gilt, werden die Steuern nur für den Anteil der Aufwendungen fällig, der über der Berechnungsgrenze liegt.

 

Tipps zu Freigrenzen:

Der große Vorteil von Freigrenzen, wie sie für Sachbezüge und Präsente aus persönlichen Anlässen gelten: sie sind miteinander kombinierbar!

So kann ein Mitarbeiter sowohl ein monatliches Jobticket als auch das Geschenk zur Hochzeit im selben Kalenderjahr erhalten, ohne dass sich daraus eine Steuerpflicht oder ein Nachteil ergibt.

Wer das bei der Planung von Präsenten und Zuwendungen beachtet, kann beide Grenzen voll ausschöpfen.

 

Tipps zu Freibeträgen:

Angenommen, das Firmenjubiläum, der Betriebsausflug oder die Weihnachtsfeier kosten rechnerisch beispielsweise 111 € pro Person, so wäre der Freibetrag überschritten. Steuerlich ist aber nur die Differenz von 1 € je Mitarbeiter relevant. Das ist immer noch wesentlich günstiger als die Steuer auf die gesamten Kosten zu zahlen.

Es gibt aber auch ein paar Haken:

  1. Weihnachtsgeschenke für die Mitarbeiter, selbst wenn sie nicht im Rahmen der betrieblichen Weihnachtsfeier übergeben werden(!), sind zweckgebunden und fallen damit automatisch in den Freibetrag von 110 € hinein. Der rechnerische Spielraum für die steuerfreien Anteile verringert sich dadurch also.
  2. Sollte der Arbeitgeber seine Einladung zu einer betrieblichen Feier für den Mitarbeiter und eine Begleitperson aussprechen, so teilen sich diese zwei Personen den Freibetrag. Das muss bei der Berechnung berücksichtigt werden.
  3. Wie bereits erwähnt, gelten die oben genannten Regeln zum Freibetrag nur für zwei Betriebsfeiern im Jahr. Finden mehr als zwei Veranstaltungen im Jahr statt, sind alle weiteren voll steuerpflichtig, ohne einen Freibetrag. Der Arbeitgeber kann wählen, für welche zwei Betriebsfeiern der Freibetrag in Anspruch genommen werden soll. Es muss also nicht zwangsläufig die Weihnachtsfeier sein, doch üblicherweise ist sie unter den zwei gewählten Veranstaltungen.

 

Was für ein schönes Fest

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es mehrere Möglichkeiten gibt, wie ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter bei Laune halten oder ihnen für ihre Leistungen bzw. erreichte Meilensteine seinen Dank ausdrücken kann. Das sollte in seinem eigenen Interesse liegen, denn glückliche Mitarbeiter sind leistungsfähiger, engagierter und zeigen mehr Bereitschaft zur Flexibilität. Das Finanzamt gibt dem Arbeitgeber im Gegenzug die Möglichkeit, diese Motivationsansätze in einem steuerlich abzugsfähigen Rahmen zu nutzen.

 

Wer also eine Weihnachtsfeier für seine Angestellten plant, der kann einige der anfallenden Kosten steuerlich absetzen – dafür sorgt der Freibetrag (110 € p.P.). Erst wenn er erreicht ist, werden Steuern fällig.

Unabhängig davon kann man bis zur Bagatellgrenze von 44 € monatlich (inkl. USt) auch ein Sachgeschenk (Jobticket, Tankkarte) machen. Das muss nicht jeden Monat geschehen, wird aber gern angenommen.

Präsente zu persönlichen Anlässen (bis 60 € inkl. USt) sind hiervon ausgenommen, doch würde Weihnachten als allgemeiner Feiertag in Deutschland ohnehin nicht als ein solcher Anlass zählen.

Das Weihnachtsgeschenk hingegen ist (weil zweckgebunden) eine Ausnahme zu den Sachgeschenken, denn es muss im Freibetrag mit verrechnet werden. Wird es hingegen im Januar oder November gemacht, wäre es kein Weihnachtsgeschenk mehr und könnte als Sachzuwendung gelten.

 

Unser Rat: es heißt nicht umsonst, dass kleine Geschenke die Freundschaft erhalten. Wer also das Präsent nicht zu üppig ausfallen lässt, der kann es bei der Weihnachtsfeier (sofern es eine gibt), dafür umso mehr krachen lassen.
Natürlich sind wir keine Steuerexperten; daher empfehlen wir grundsätzlich den Anruf beim eigenen Steuerberater. Letztendlich weiß er am besten, welche Möglichkeiten das Steuerrecht für jeden einzelnen bereithält.

Übrigens: zum Thema Steuern haben wir hier noch einen weiteren Artikel.

Related Posts

Leave a comment