3 Gründe, warum Du Rechnungen mit Zahlungsziel stellen solltest

Manche Kunden zahlen pünktlich, manche sogar schon vorzeitig, aber viele auch erst am letztmöglichen Tag – oder sogar noch später. Gründe dafür gibt es wohl viele… aber die Lösung zur Verbesserung des Zahlungsverhaltens Deiner Kunden liegt in der Rechnung selbst. Wir verraten Dir heute, warum auch Du nur Rechnungen mit Zahlungsziel stellen solltest.

 

So etwas weiß man doch

Wovon Rechtsprechung und Geschäftspraxis ausgehen

Das Rechnungsdokument belegt den Abschluss eines Geschäfts. Schon mehrfach haben wir erklärt, dass es inhaltlich mehrere Kriterien erfüllen muss, um in Deutschland rechtsgültig zu sein. Eine feste Zahlungsfrist gehört nicht dazu – könnte aber einiges vereinfachen.

Es wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass die Geschäftspartner wissen, dass jede gestellte Rechnung (nach § 286 Abs. 3 BGB) eine automatische Zahlungsfrist von 30 Tagen hat. Ausnahme hierzu bilden Rechnungen an Verbraucher, also an Endkunden eines Geschäfts, die ihrerseits kein Unternehmen oder Gewerbe betreiben. Sie müssen explizit mit einem Hinweis auf der Rechnung darüber informiert werden.

Möchte der Rechnungssteller eine Zahlungsfrist von weniger als 30 Tagen, so geht das nur, wenn der der Käufer zustimmt. Man spricht dann von einem vereinbarten Zahlungsziel.

Falls der Rechnungssteller die Zahlungsfrist höher als 30 Tage anlegen möchte, kann er das auch ohne Zustimmung des Kunden machen, denn das verlängerte Zahlungsziel wirkt ja zu dessen Gunsten.

Soweit die Theorie, doch in der Praxis kommt es immer wieder vor, dass dies nicht jedem Unternehmer geläufig ist. Das allein wäre schon ein Grund, eine Zahlungsfrist auf der Rechnung zu nennen – einfach nur, dass der Rechnungsempfänger informiert ist. Betrachten wir aber nun die Gründe, warum explizit genannte Zahlungsziele sich positiv auf die Zahlungsmoral der Kunden auswirken.

 

Grund 1: Alles klar!?

Manche Rechnungen verwenden vage Formulierungen wie beispielsweise „zahlbar innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungserhalt.“ Wann der Kunde die Rechnung tatsächlich erhalten hat, ist allerdings nur schwer nachvollziehbar. Das Datum der Rechnungsstellung hingegen liegt in der Hand des Rechnungsstellers. Darüber hinaus wird die Rechnung i.d.R. erst gestellt, wenn die Leistung bereits erbracht wurde. Der Rechnungsempfänger sollte daher auch ohne das Rechnungsdokument Kenntnis davon besitzen, dass er eine Zahlungsverpflichtung erwarten kann. Eine saubere Rechnung schafft also zusätzliche Klarheit.

 

Grund 2: Chancen & Grenzen

Einige Kunden zahlen sehr gern am letzten Tag oder noch später. Wahrscheinlich rechnen sie sich dadurch einen Vorteil aus; vielleicht spekulieren sie sogar auf ein Mahnschreiben, bevor sie ihre Zahlungsverpflichtung ernst nehmen müssen. Gerade bei Zahlungsverzögerungen wird dann gern argumentiert, dass die Rechnung fehlerhaft gewesen sei.

Diesen Ärger kann man sich sparen, denn mit einem klar formulieren Zahlungsziel ist das Mahnschreiben an den Rechnungsempfänger überflüssig. Der Zahlungsverzug tritt mit dem 31. Tag nach Rechnungsstellung automatisch ein. Der Rechnungssteller kann seine Ansprüche (von Verzugszinsen bis Kosten und Gebühren für Gericht und Anwalt) sofort rechtlich geltend machen. Ausreden seitens des Kunden wie „Ich habe keine Mahnung erhalten“ sind hinfällig, wenn die Rechnung bereits ein konkretes Zahlungsziel nannte.

Doch bietet dies auch die Möglichkeit, in der entgegengesetzten Richtung zu argumentieren und die klare Zahlungsfrist zu seinen Gunsten zu nutzen. Viele Unternehmen bieten ihren Kunden ein Skonto, wenn die Zahlung innerhalb einer gewissen Frist erfolgt. Dies sind i.d.R. 14 Tage, also die Hälfte der in der Praxis üblichen 30 Tage. Das Zahlungsziel ist also zeitgleich Chance und Warnung für den Rechnungsempfänger: Zahlt er früh, spart er Geld; zahlt er zu spät, kann er nicht behaupten, er hätte nichts davon gewusst.

 

Grund 3: Wir sind alle nur Menschen

Bei Geld hört die Freundschaft auf, heißt es. Ein Grund mehr, den Kunden von vornherein mit Seriosität zu behandeln und selbstsicher aufzutreten. Durch ein klar formuliertes Zahlungsziel sprichst Du mit Deinem Verhalten genau diese Ebene an. Du beweist, dass Du kulant bist, aber auch ein ernsthafter Verhandlungspartner. Das sind wichtige Eigenschaften für eine Kundenbeziehung.

Zusätzlich zu den genannten Gründen gibt es auch immer noch die menschliche Seite. Ja, Menschen vergessen auch schon mal etwas; aber sie können es ebenso als hilfreich empfinden, wenn sie hinter eine erledigte Aufgabe einen Haken setzen können. Ein festes Datum hilft dem Rechnungsempfänger, diese Aufgabe selbstverantwortlich planen und durchführen zu können. Deine Kunden werden es zu schätzen wissen.

 

Rechnungen mit Zahlungsziel – alle Vorteile liegen bei Dir

Ein kleines Detail wie die explizit erwähnte Zahlungsfrist bietet Dir als Rechnungssteller also nur Vorteile. Sollte es dennoch eine Verspätung geben, kannst Du immer noch entscheiden, ob Du mit Dir reden lässt und so eine weitere Tugend, nämlich Flexibilität beweist.

Wusstest Du übrigens schon: Falls Du Deine Rechnungen über bezahlt.de vorfinanzieren lässt, kannst Du bei einer Zahlungsverzögerung auf unsere Unterstützung zählen. Mehr über unsere kostenlose Mahnungsoption erfährst Du hier.

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