Die Top 12 Punkte, mit denen Selbständige Steuern sparen können

An der leidigen Steuer führt kein Weg vorbei, auch nicht für Selbständige. In einem unserer unserem letzten Artikel haben wir bereits festgestellt, dass jeder selbständige Unternehmer der Steuerpflicht unterliegt, und je nach Rechtsform dem Finanzamt verschiedene Abgaben leisten müssen. Viel interessanter dürfte allerdings sein, wie genau man diesen Betrag verringern kann und mit welchen Posten Selbständige Steuern sparen können.

Selbstverständlich gibt es dazu unzählige Tipps und Tricks aus zahlreichen Quellen, die alle eine Steuererleichterung versprechen. Dabei versucht jede, klüger und umfangreicher zu sein als die anderen, was schnell zu Unübersichtlichkeit führt. Das wollen wir anders machen. Im Folgenden sprechen wir lediglich die wichtigsten Komplexe an, die für Selbständige zutreffen können und geben zu jedem eine knappe Übersicht von Möglichkeiten.

12 Punkte, mit denen Selbständige Steuern sparen können

Zu allen nachfolgenden Infos schon jetzt unser Rat: Frag Deinen Steuerberater nach den Details! Denn wir sind nicht als Steuerberater tätig.

Wir hoffen, dass Du nach dem Lesen unseres Beitrags gezielt einige Themen ansprechen kannst, die schneller und präziser zu einem Steuersparmodell führen, das zu Dir und Deinem Unternehmen passt. (An dieser Stelle soll auch mal ein Kompliment an all jene Experten ausgesprochen werden, die sich wirklich gut mit dem Dschungel an Paragraphen und Vorschriften auskennen.)

 

Es gibt nichts umsonst – die Betriebsausgaben

Von nichts kommt nichts, das weiß jeder, der wirtschaften will. Aufwendungen gehören dazu, denn auch ein Minimum an Ausstattung hat irgendwann mal Geld gekostet. Alle Kosten, die aus dem Geschäftsbetrieb entstehen oder diesem dienen, werden als Betriebsausgaben bezeichnet.

Was sein muss: die Notwendigkeiten

Es gibt Aufwendungen, die bei Selbständigen sehr häufig vorkommen. Einerseits sind dies Kosten, ohne die das Unternehmen seine Leistung nicht anbieten könnte. Dazu zählen (unter anderem)

  • Reisekosten

Manche Dinge kann man nicht über das Telefon oder vom Schreibtisch aus erledigen. Wenn der tatsächliche Einsatzort nicht der eigene Unternehmensstandort ist, also zur Erfüllung der betrieblichen Aufgaben Reisekosten anfallen, kann der Unternehmer sie als steuerlich relevanten Aufwand anrechnen. Dazu zählen die Dienstreisepauschale, die 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer veranschlagt, sowie verschiedene Verpflegungspauschalen.

Achtung: Unterbringungskosten können hier ebenfalls zu Buche schlagen, wenn die Dienstreise eine Übernachtung erforderlich macht; hierfür müssen aber Belege erbracht werden, da es keine Pauschale gibt.

Die Ausnahme in Sachen Reisekosten wären Fahrten mit dem Firmenwagen – zu diesem Thema haben wir derzeit einen Extra-Artikel in Planung.

  • Büromiete bzw. das Arbeitszimmer im eigenen Heim

Der wahrscheinlich beliebteste Streitpunkt zwischen Finanzamt und Steuerzahlern ist das Arbeitszimmer im eigenen Heim. Während Angestellte unter bestimmten Voraussetzungen lediglich bis zu 1.250 Euro im Jahr als Werbekosten geltend machen können, haben Selbständige, die ein Arbeitszimmer oder Büro für ihre berufliche Tätigkeit benötigen, keine solche Grenze. Ist das Arbeitszimmer im eigenen Heim auch das Zentrum der beruflichen Tätigkeit, so sind alle Kosten dafür als Betriebsausgaben steuerlich voll absetzbar. Bei einem externen Büro sind das Miete, Nebenkosten und Ausstattung.

Hinweis: Auch die Renovierungskosten sind voll anrechenbar.

  • Arbeitsmittel (inkl. Anschluss für Telefon und Internet)

Mit einem Raum allein ist es selten getan. Wie schon angedeutet, sind auch Ausstattungskosten Betriebskosten. Das bedeutet, alles im Büro oder Arbeitszimmer zählt, vom Aktenordner zum Locher, von der Druckerpatrone bis zur Topfpflanze. Dies gilt insbesondere für laufende Kosten, wie für Telefon- und Internetanschluss. Wer keine separaten Anschlüsse hat, muss allerdings bei Angabe der Kosten zuvor Anteil der privaten Nutzung herausrechnen.

 

Kleine Extras: Zusatzkosten

In anderen Fällen handelt es sich bei den Kosten um zusätzliche Ausgaben, die der Gesetzgeber als absetzbar betrachtet. Hierunter fallen (neben weiteren)

  • Geschenke an Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden

Hierzu hatten wir bereits vor einer Weile einen ausführlichen Artikel geschrieben. Zusammenfassend halten wir noch einmal fest, dass sich Geschenke anteilig bzw. vollständig steuerlich absetzen lassen, wenn man einige Richtlinien beachtet. Diese betreffen vor allem Wert und Häufigkeit der Schenkung. Bei Geschenken an die eigenen Mitarbeiter gelten dafür andere Richtlinien, als bei Präsenten für Geschäftspartner und Kunden.

  • Kosten für Bewirtung

Ein Essen mit einem Kunden oder Geschäftspartner ist steuerlich absetzbar, sofern dies dem Erwerb, dem Erhalt oder der Sicherung einer Einkommensquelle dient.

Achtung: Es zählt der Beleg; auf ihm müssen außer dem Betrag auch der Grund der Bewirtung und das Datum genau vermerkt sein.

  • Kosten für Fortbildung

Wer fachlich auf der Höhe der Zeit bleibt, kann langfristig im Beruf flexibel und erfolgreich agieren. Kosten für die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen lassen sich daher ebenfalls als Betriebsausgaben anrechnen. Gerade Existenzgründer können hiermit die Steuerlast erheblich erleichtern, sofern der berufliche Zweck der Fortbildung wirklich gegeben ist.

  • Beiträge zu Berufsverbänden

Manche Berufe sind in Branchen- oder Arbeitgeberverbänden organisiert, was einer Vernetzung der Mitglieder untereinander förderlich ist. Erfordert die Zugehörigkeit zu einer solchen Gemeinschaft einen Mitgliedsbeitrag, ist dieser steuerlich als Betriebsausgabe absetzbar.

 

Auf den Cent genau – Bilanz und Abschreibungen

Wohl dem Unternehmer, der seine Steuererklärung auf dem sagenumwobenen Bierdeckel machen kann. In den seltensten Fällen ist es allerdings so einfach. Komplexere Unternehmensstrukturen erfordern auch eine komplexere Bilanz, und die liegt oftmals in der Hand fähiger Buchführungsexperten. Sie sind es, die den Beamten im Finanzamt präzise Zahlen liefern können, wenn es um die Ansetzung der Steuerbelastung geht – und sie sind es, die dem Unternehmen Steuern sparen können, wenn Sonderabschreibungen geltend gemacht werden. Eine kleine Übersicht der Möglichkeiten gibt es hier (und könnte vielleicht für die Buchhaltungsabteilung recht interessant sein):

  • Die auch als Sammelposten bezeichneten geringwertigen Wirtschaftsgüter (GWG) umfassen Anschaffungen bis zu 140 Euro plus Mehrwertsteuer, die noch im selben Jahr komplett abgeschrieben werden können, in dem sie angeschafft wurden. Dabei muss es sich aber um eigenständig nutzbare Güter handeln, beispielsweise ein neuer Bürostuhl.
  • Wer sich genauer mit Buchhaltung beschäftigt, der weiß, dass es reguläre Abschreibungen gibt. Was nicht jedem bekannt ist: bis zu einem Betriebsvermögen von 235.000 Euro kann ein Unternehmen auch eine Sonderabschreibung nutzen. So lassen sich neben den regulären Abschreibungen 20 Prozent der Anschaffungskosten innerhalb von 5 Jahren nach dem Kauf abschreiben.
  • Für ein Unternehmen sind Investitionen ein notwendiger Teil des wirtschaftlichen Lebens. Wird eine Investition geplant, so kann man mit dem Investitionsabzugsbetrag (IAB) schon im Vorfeld zur Steuerminderung 40 Prozent seiner Anschaffungskosten geltend machen. Das funktioniert bis zu drei Jahre lang. Bleibt dann allerdings die Investition aus, werden strenge Steuernachzahlungen fällig.
  • Manchmal kommt es vor, dass die Zeit gegen einen arbeitet: Das eben noch beliebte Produkt ist urplötzlich nicht länger gefragt, da eine neuere Version von der Konkurrenz die Marktführung übernimmt. Wenn nun die Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens oder Vorräte im Wert unter den eigentlichen Buchwert fallen, mit dem das Wirtschaftsgut bilanziert wurde, so bleibt einem Unternehmen immer noch die Möglichkeit einer Teilwertabschreibung. Diese Methode gilt auch dann noch, wenn die zu erwartenden Erlöse aus dem Verkauf unter die Summe aus dem Selbstkostenpreis des Gutes und dem Gewinnaufschlag fallen.
  • Wer als Selbständiger Bilanz führt, kann Rückstellungen bzw. Rücklagen bilden, die wiederum den Gewinn und damit die angesetzte Steuerlast mindern können. Rücklagen werden verwendet, um eventuellen Verlusten vorzubeugen, wobei deren Eintreten noch nicht sicher ist. Rückstellungen hingegen dienen der Deckung von Verbindlichkeiten aus dem vergangenen Geschäftsjahr; ihr konkreter Zweck ist also bekannt. Auch für Instandsetzungszwecke dürfen Rückstellungen gebildet werden, sofern die entsprechenden Maßnahmen in den ersten drei Monaten des Folgejahres abgeschlossen werden.

 

Wie immer ohne Gewähr

Dies soll als erster Einblick genügen. Im nächsten Artikel wollen wir unter dem Gesichtspunkt möglicher Steuerersparnis uns ausführlicher mit drei Aspekten befassen, die für viele Selbständige und Unternehmen von besonderem Interesse sein dürften.

Natürlich folgt an dieser Stelle, wie immer, der Hinweis, dass wir keine Steuerberater sind, sondern stets den Weg zum Experten empfehlen. Unsere Übersicht soll lediglich als Anregung für ein zielgerichtetes Gespräch verstanden werden.

Auch freuen wir uns über Kommentare, Reaktionen und Hinweise zu unserem Artikel, die unten hinterlassen werden können.

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